Was sind Autoimmunkrankheiten? 

Man kennt rund 100 Autoimmunkrankheiten. Hierbei handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems. Es erkennt körpereigenes Gewebe als Fremdkörper und greift es an.

Bekannte Beispiele für Autoimmunerkrankungen sind 

  • Anämie, perniziöse (Morbus Biermer, Addison-Anämie) 

  • Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung) 

  • Autoimmun-Adrenalitis (autoimmune Nebennierenrindeninsuffizienz, Morbus Addison)

  • Chronisches Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Immune Dysfunction Syndrome; CFIDS) 

  • Diabetes mellitus Typ 1 (Insulin-abhängiger Diabetes mellitus) 

  • Fibromyalgie

  • Gastritis, chronisch autoimmune

  • Hashimoto Thyroiditis

  • Hepatitis, autoimmune (Chronisch aktive Hepatitis; CAH)

  • Juvenile rheumatoide Arthritis (Morbus Still, Still-Syndrom) 

  • Lupus erythematodes (diskoide Form) 

  • Lyme-Arthritis (Borrelien-Arthritis, Lyme-Krankheit)

  • Lymphknotensyndrom

  • Morbus Basedow (Graves Krankheit) 

  • Morbus Crohn

  • Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)

  • Morbus Reiter (auch: Reiter Syndrom) 

  • Multiple Sklerose (MS; Encephalomyelitis disseminata; Charcot-Krankheit)

  • Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis, "Gelenkrheuma")

  • Sprue/Zöliakie

Was sind die frühe Anzeichen für eine Autoimmunkrankheit? 

Offiziell sind mehr als 4 Millionen Menschen an einer Autoimmunkrankheit erkrankt und die "Dunkelziffer" ist angesichts der oftmals diffusen, nicht klar zu zuordnenden Symptome als äußerst hoch einzuschätzen. 

Frühe Anzeichen einer Autoimmunkrankheit lassen sich oft nicht entsprechend zuordnen: 

  • Allergien
  • Anfälligkeit für Infektionen
  • Angst und Depression
  • Ausschläge und andere Hautprobleme 
  • extreme Müdigkeit 
  • Gallenblasenerkrankung
  • Gedächtnisprobleme
  • geschwollene Drüsen 
  • Krankheitsgefühl 
  • Migränen
  • Muskel- oder Gelenkschmerzen
  • Muskelschwäche 
  • niedriger Blutzucker
  • Pilzinfektionen 
  • Veränderungen des Blutdrucks (normalerweise niedrig) 
  • PMS
  • Resistenz gegen Gewichtsverlust
  • Schildrüsenprobleme
  • Schlafstörungen 
  • unerklärliche Gewichtsveränderungen 
  • Verdauungsprobleme 
  • wiederholte Kopfschmerzen 

(Aufzählung aus: Sarah Ballantyne, Die Paleo-Therapie. Stoppen Sie Autoimmunerkrankungen mit der richtigen Ernährung und werden Sie wieder gesund, München 2016, S.15.) 

Superfit trotz Autoimmunkrankheit 

Obwohl Autoimmunkrankheiten als unheilbar gelten, gibt es viele Beispiele von Menschen, die die Symptome der Krankheit in den Griff bekommen haben und sogar das Fortschreiten der Krankheit eindämmen konnten. 

Ein sehr bekanntes Beispiel ist die an MS erkrankte Ärztin Dr. Terry Wahls, die sich nicht mit ihrer Situation im Rollstuhl abfinden wollte und sich mit einer Art Paleo-Ernährung wieder fit gemacht hat. Heute fährt sie sogar wieder Fahrrad und hält Vorträge zu ihrem Ernährungskonzept, das unter "The Wahls-Protocol" bekannt ist. Ihr ist es gelungen auch mit Multipler Sklerose ein körperlich aktives Leben zu führen. (Hier geht's zu ihrem Buch inkl. Ernährungsprotokol.

Dr. Wahls ist aber nur eines von vielen Beispielen. Das Netz ist förmlich voll von Geschichten von Menschen, die die Symptome ihrer Erkrankung in den Griff bekommen haben. Ich selbst werde bald eine dieser Geschichten schreiben, nämlich meine eigene. Doch heute möchte ich mit dir die wichtigste Erkenntnis von allen mit dir teilen; die Erkenntnis, die so einfach scheint und doch von vielen Ärzten nicht ausreichend ernst genommen wird: 

Heile deinen Darm! - der erste Schritt zu mehr Wohlbefinden 

Während eine genetische Prädisposition und Umweltfaktoren wie Infektionen, Stress oder Schwangerschaft zu den bekannten Ursachen für Autoimmukrankheiten zählen, gibt es immer mehr wissenschaftliche Beweise dafür, dass die nicht intakte Barrierefunktion des Darms eine Hauptursache für Autoimmunkrankheiten ist. Dr. Alessio Fasano hat hier 2012 u.a. Folgendes dazu verfasst: 

There is growing evidence that increased intestinal permeability plays a pathogenic role in various autoimmune diseases including [celiac disease] and [type 1 diabetes]. Therefore, we hypothesize that besides genetic and environmental factors, loss of intestinal barrier function is necessary to develop autoimmunity. (Hier geht's zur Studie.) 

2014 erschien eine Studie der schwedischen Lund Universität, die u.a. Folgendes herausfand: 

Recent observations in humans and in a variety of animal models indicate that an increased intestinal permeability (IP), often referred to as a “leaky gut”, is playing a pathogenic role not only in development of gastrointestinal disorders like inflammatory bowel disease (IBD) and celiac disease, but also in systemic autoimmune diseases, like type 1 diabetes. (Hier geht's zur Studie.

Autoimmunkrankheiten jedweder Art, seien es organische (z.B. Hashimoto) oder systemische (z.B. Diabetes Typ 1), und ein löchriger Darm korrelieren. Im Gegensatz zu Fasano legt diese Studie die Vermutung nahe, dass das Immunsystem, hat es einmal die Fähigkeit erlernt, das eigene Gewebe anzugreifen, zuerst das Darmgewebe angreift. 

Doch egal ob Fasanos oder die schwedischen Studien am Ende Recht behalten werden, für die Betroffenen bedeutet das: Heile deinen Darm! Und wie das geht, habe ich im letzten Artikel zusammengefasst, der als Starthilfe dienen kann. (Hier geht's zum Artikel.)

Das Autoimmun-Protocol von Dr. Loren Cordain 

Was mich auf meinem Weg zu deutlich mehr Wohlbefinden und Gesundheit begleitet hat sind u.a. Robb Wolfs Podcast und das Autoimmun-Protocol von Dr. Loren Cordain. Im Netz findest du unzählige konkrete Informationen dazu. 

Die von mir im letzten Artikel zur Darmgesundheit dargelegten Maßnahmen haben mir äußerst geholfen, die Symptome meiner Hashimoto-Erkankung der Vergangenheit angehören zu lassen und sogar meine Blutwerte enorm zu verbessern. Die bloße Einnahme eines Schilddrüsenpräparates übrigens nicht. (Hier geht's zum Darmgesundheitsartikel.)

Heute nehme ich meine Nahrung bewusst zu mir und weiß i.d.R. genau, was ich mir in den Mund stecke. Kohlehydrate, monosaturierte Fette und Protein sind keine Fremdwörter mehr. Ich gehe achtsam mit meinen Gedanken um und gehe so zu Bett, dass ich morgens ausgeschlafen erwache. Ich benutze meinen Körper, wie er gedacht war, und gehe, laufe, springe, hebe zwischendurch schwere Sachen und versuche jeden Tag Spaß zu haben. Denn auf diese Weise helfe ich meinem Körper, sich zu entspannen, sich sicher und geborgen zu fühlen. 

Der Lebensstil entscheidet 

Ich bin nun wirklich kein Chemiker, Biologe oder Arzt. Aufgrund meiner eigenen Geschichte habe ich allerdings eine Meinung in puncto Autoimmunkrankheit. Ich habe erlebt, dass Veränderungen meines Lebensstils direkten Einfluss auf die Symptome meiner Krankheit haben. Und heute helfe ich als Coach anderen Menschen dabei, einen gesunden Lebensstil für sich zu entwickeln und zu leben. 

Welche Veränderungen haben dir geholfen, die Symptome deiner Autoimmunkrankheit in den Griff zu bekommen? 

Welche Fragen hast du zu diesem Thema? 

Ich bin gespannt auf dein Feedback! 

Dein Personal Coach und Trainer

Nicole

P.S. Wer sich noch weiter in die Materie einlesen möchte, dem empfehle ich das umfangreiche, äußerst informative Werk von Sarah Ballantyne: "Die Paleo-Therapie. Stoppen Sie Autoimmunerkrankungen mit der richtigen Ernährung und werden Sie wieder gesund", München 2016. 

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